Trancehealing
Ich möchte das Trance Healing zum Anlass nehmen, euch mehr über Medialität zu erzählen. Außerdem praktiziere ich es gerne als allein stehendes Setting, wenn das jemand wünscht, oder in Kombination in einer intuitiven Einzelsitzung.
Das, was man vielleicht geistige Welt nennen kann ist vielfältig und zeigt sich mit vielerlei Gesichtern. Wir Menschen sind in der Lage, sie aus ganz unterschiedlichen Ebenen in ihrer Multidimensionalität wahrzunehmen. Diese Wahrnehmung ist eine ganz individuelle. Ein Schamane hat einen völlig anderen Hintergrund als ein Ärztin oder ein Physiker aus Deutschland. Das ist auch der Grund, warum so unterschiedlich darüber geschrieben und gesprochen wird. Mal hört man von “Wesenheiten”, mal einfach nur von der “Quelle” oder dem “Spirit”. Die Angaben medialer Autoren decken sich da keinesfalls. Das kann in dem Moment, in dem du beginnst, dich mit Medialität auseinanderzusetzen, verwirrend sein. Wir sind es gewohnt, einen Fahrplan für unser Leben zu bekommen. Alles ist getaktet, geplant und organisiert. Der Kontakt mit der multidimensionalen Welt lässt sich aber nicht vorhersagen und planen. Wir können uns einlassen und hingeben. Wir lernen innerlich ganz frei zu beobachten, um dann letztendlich zu staunen. Und jeder staunt anders!
„Die geistige Welt kann mit uns immer nur auf unserer gegenwärtigen Verständnisebene kommunizieren. Unsere spirituellen Gewohnheiten entscheiden, welche Ebene das ist.“ Anthon St. Maarten
Ich möchte hier in diesem Blog meine und unsere Art der Wahrnehmung und Erfahrung beschreiben. Ich wünsche mir selbst mehr Offenheit und Entspannung bezüglich dieses Themas. Denn oftmals nehmen Menschen die geistige Welt wahr und merken es nicht, weil sie etwas anderes erwarten als das, was sich ihnen gerade zeigt. Sie verwerfen die Chance der so kostbaren Information postwendend. Sie übersehen im selben Augenblick die Botschaft, die ihnen zuteil wird. Das ist äußerst schade!
Das Trance Healing hat seine Ursprünge im englischen Spiritualismus. Die Technik wird in Stille ausgeübt. Es wird währenddessen nicht gesprochen. Die geistige Welt initiiert einen veränderten Bewusstseinszustand beim Medium. Oder umgekehrt: das Medium entgrenzt sich, wird zum „Kanal“ und hält den Raum. Dadurch macht das Medium Platz für die Energieübertragung aus der geistigen Welt für den Klienten, den Empfangenden. Die Ebene, die gewählt wird, ist sowohl abhängig vom Klienten als auch vom Medium selber. Der Klient „fragt“ innerlich und kann Antworten empfangen, wie es in diesem Moment auf höchster, wohlwollendster Ebene optimal für ihn ist, immer ausgerichtet auf die Seelenabsicht. Das Medium ist in der Veränderung des Bewusstseinszustandes abhängig davon, inwieweit es voller Hingabe Platz schaffen kann für andere Wesen. Das erfordert meines Erachtens Mut, Liebe und Mitgefühl, tiefes Vertrauen in die Gesetzmäßigkeiten und der Choreographie des Lebens neben einer spirituellen, täglichen Praxis inklusive Verbindung zu Mutter Erde. Puh, da kommt viel zusammen. Drei wichtige Punkte stehen uns als Medium sicherlich neben vielen anderen gerne im Weg. Zum einen arbeiten unsere Egostrukturen in uns. Wir wollen etwas bewirken, Erfolgt haben, gut sein, um Anerkennung vom Klienten zu bekommen. Zum anderen wirkt in uns allen eine Angst, die Kontrolle im Kontakt mit der geistigen Welt zu verlieren. Kontrollverlust ist eine menschliche Ur-Angst. Wer hat die Kontrolle in der Trance über mich? Wer betritt mein Feld? Und zu guter Letzt ist es die Balance zwischen unserem körperlichen und unserem spirituellen Anteil in uns, die uns durch diese mediale Arbeit mit der „Anderswelt“ trägt. Es ist als Medium immer gut zu wissen, wohin ich gehöre. Ich bin ein lebendes Wesen auf dem Planeten Erde. Hier gehöre ich her!
Unser „Wollen“ und unser „Mentalkörper“ dürfen für den Moment des Healings auf der “Couch neben uns Platz nehmen und sich der Limonade widmen, die dort bereit steht”. Dieses innere Bild, welches uns einer unserer geistigen Lehrer schenkte, trifft sehr, was gemeint ist: sich innerlich frei machen und sich dem Spirit zur Verfügung zu stellen. Es gibt nichts zu tun, zu denken und zu wollen.
Je weiter das Bewusstsein, desto vielfältiger die Antworten. Meine Erfahrung ist, dass ein Medium nie vorhersagen kann, welches Wesen sich seinen Weg bahnt. Es ist gut, nicht daran fest zu halten, es wissen zu wollen. Das dient nicht der Sache, auch wenn wir dazu neigen, unsere Neugierde befriedigen zu wollen. Es gibt Wesen, die immer wieder ein Healing senden, andere kommen nur ein einziges Mal und dann nie wieder. Die Schwingungen, die übertragen werden, können eine Heilbewegung in Gang setzen und Selbstheilungskräfte aktivieren. Welcher Heilimpuls gesendet wird, entscheiden am Ende immer alle, die beteiligt sind. Die Impulse aus der geistigen Welt sind allumfassend und doch zielgerichtet, liebevoll und abgestimmt. Es liegt an uns, was wir bereit sind, aus einer multidimensionalen Welt anzunehmen.
Im Trance Healing reagiert die geistige Welt aber vor allem auf die Ebene des Klienten. Es ist eine Feinjustierung eines Raumes, in dem sich Schwingungen einen Weg zum Klienten bahnen, um dort eine Veränderung im Energie- oder Lichtkörper herbei zu rufen. Diese Schwingungen stoßen eine innere Bewegung an, ein „Sich-Ausrichten“, ein „Heil-werden“. Der physische Körper kann dann dieser Bewegung folgen.
Ein Trance Healing durchkreuzt niemals den Seelenplan des Klienten. Wenn sein Wunsch nach Heilung eine Erfahrung verhindert, die es zu machen gilt, dann richten sich die Heilimpulse entsprechend seines Plans aus. Außerdem wird immer eine Reihenfolge höherer Ordnung eingehalten. Wir dürfen vertrauen: „Heilung geschieht. Heilung kennt keine Zeit“. Diese Worte hörte ich oft während meiner Zeit bei Gordon Smith.
Das Problem aller medial arbeitenden Menschen auf dieser Welt ist die Übersetzung der Erfahrung in unsere dreidimensionale Wirklichkeit. Wir ringen um Worte und Beschreibungen, suchen nach Ausdruck und Sprache, die das Gefühlte umschreiben können. Wir dürfen uns immer wieder vor Augen führen, dass wir von der geistigen Welt, eine Welt der multidimensionalen Matrix, sprechen. Unsere menschlichen Sprachen bieten keine Eins-zu-Eins-Übersetzung. Interpretationen des Mediums sind hier fehl am Platz. Es obliegt dem Klienten, Interpretationen zu wagen. Aber, wie gesagt: im Trance Healing ist es still!
Der wirklich große Vorteil des Trance-Healings ist, dass geschieht, was aus einer höheren Warte aus geschehen „will“. Das Medium kann sich in der Trance ganz von seinen eignen Vorstellungen befreien. Im Normalfall verstehen unser Denken und Verstand es sehr gut, unsere Vorstellungen auf ein bestimmtes Ziel und eine bestimmte Vorgehensweise abzustimmen. Die Möglichkeiten aber werden dadurch eingeschränkt. Der Horizont wird kleiner, der Blick verengt sich. In der Entgrenzung als energetischer Kanal sind plötzlich Bewegungen für den Empfangenden möglich, die in unserer Vorstellungskraft gar keinen Raum, keine Resonanz finden würden. Die heilende, innere Bewegung geschieht fein abgestimmt auf das Thema des Klienten frei von unserer menschlichen Vorstellung. Leider stellt der innere Zweifler des Klienten ihm selbst ein Bein. Eine große Bewegung kann am Ende eventuell nur ein kleiner Samen sein, der gesät wurde und nun reift. Aber zur Erinnerung: Es geht nicht um unser „Wollen“. Der Samen darf das größtmögliche Geschenk sein. Denn: im multidimensionalen Feld gibt es kein besser oder schlechter!
Ein Trance-Healing kann große Entspannung für alle Beteiligten hervorrufen. Es gibt auf beiden Seiten nichts, was getan werden muss. Es gibt keine Technik, die versagen könnte. Es geschieht, was in diesem heiligen Moment geschehen will. Die geistige Welt lenkt den richtigen Impuls als Schwingung durch den Kanal des Mediums zum Empfangenden in eine heilende Bewegung hinein.
Ich genieße diese Momente der Verbindung sehr. Es sind stille und heilige Momente. Die Energie im Raum ist oft von einer unsagbaren Liebe durchdrungen und getragen. Zeit spielt keine Rolle. Ich erlebe Trance Healing oft für kurze Momente an der Liege mit dem Klienten in einer intuitiven Einzelsitzung. Es ist Teil einer größeren Sitzung. Manchmal lassen mich Wesen bewusst sprechen. Ich werde regelrecht dazu aufgefordert. Dann ist der Empfangende für einen Moment abgelenkt und kann die Schwingung besser annehmen. Am Ende richtet sich alles optimal aus, solange wir als Medium flexibel bleiben und uns dem Spirit zur Verfügung stellen, durch uns sprechen und heilen zu dürfen.
Medium zu sein ist in erster Linie eine Entscheidung. Die Basis dafür ist schon lange in unserem menschlichen Wesen angelegt und bedarf lediglich einer Art Aktivierung. Alles weitere ist Übung und die Bereitschaft, eigene Heilungsprozesse anzustoßen und zu durchlaufen, um den eigenen Blick nach da draußen in dieses wundervolle Universum zu erweitern. Dann aber, und das weiß ich ganz gewiss aus eigener Erfahrung, sind die Geschenke groß und unermesslich!